"Superthin Galaxies" - Galaxien platt wie Pfannkuchen


UGC 7321 im Com Größe: 5,54'x0,36' (DSS Bild)
Galaxien in Kantenlage, auch als "Edge-On" Galaxien bezeichnet, entzücken das Auge jedes Deep Sky Fans in ganz besonderem Maße, schweben sie doch geradezu majestätisch im Okular und zeigen mit genügend großen Optiken nicht selten auch Staubbänder. Zur systematischen Erfassung der besonders dünnen Galaxien stellte I. Karachentsev et al. den "Flat Galaxy Catalog" (FGC) Katalog auf, in dem in dem das Verhältnis von Länge zu Breite größer als 7 ist.

Der komplette VII/219 Revised Flat Galaxy Catalogue (RFGC) enthält ca. 4.400 Galaxien, von denen jedoch die weitaus meisten deutlich kleiner als 2,5 Bogenminuten, extrem dünn und schwach sind. Daher habe ich die von Mitteleuropa aus sichtbaren 140 Stk., deren lange Achse mindestens 2,5' beträgt, in einer kompakteren Excel Liste zusammengefasst, in der man weiter nach z.B. nach RA, Größe oder Helligkeit filtern kann, um sich selbst eine individuelle Liste zusammenzustellen:

Download RFGC Top 140 mit Decl. >-30° und Länge >2,5' (62kB Excelfile). Grau hinterlegt sind die von Uwe Glahn oder von mir bereits beobachteten Objekte.

Prominente Beispiele sind NGC 4565 im Coma Berenices, die als DIE Edge-On schlechthin auf keiner Frühjahrs Starparty fehlen darf und sogar auf T-Shirts gedruckt wurde. Oder die NGC 5907 im Drachen, die mich völlig aus den Socken haute, als sich sie das erste Mal durch meinen 10- Zöller bei dunklem Himmel aufsuchte. Ich nenne sie seitdem schlicht die "Pita-Galaxie".

In der obigen Liste sind alle meine bisher beobachteten eingetragen. Die meisten von ihnen erfordern trotz moderater Gesamthelligkeiten einen dunklen und transparenten Himmel, da sie einfach aufgrund ihrer Länge eine geringe Flächenhelligkeit aufweisen und sich nur zart vom Himmelshintergrund abheben. Dafür zeigen viele im 24-Zöller trotz ihrer zarten Gesamterscheinung körnige Struktur, vermutlich weil es sich bei diesen um recht nahe Zwerggalaxien handelt.

Hier einige Beispiele, die ich bisher beobachtet habe (nach R.A. sortiert, wird ständig erweitert):

NGC 100 im Pisces UM 81/L
24" f/4,1 Dobson auf 2.000 m Höhe    fst: 6m4 (Bortle 2-3), Berghimmel   Seeing 3-4:
Steht nicht mehr so hoch am Himmel. NO-SW gezogene ca. 5' langer dünner Spargel. Platt, kein Kern, nur hellerer Mittelbereich. Zu den Enden sehr diffus auslaufend. Am NO-Ende ein Stern 15m.
UGC 260 im Pisces UM 81/L
24" f/4,1 Dobson auf 2.000 m Höhe    fst: 6m4 (Bortle 2-3), Berghimmel   Seeing 4-:
Leicht zu sehen im 32 mm WF (78x). Im 13 mm Nagler (195x) ca. 2' lang und 4:1 elongiert in NO-SW. Kompakter Kernbereich, schneller Abfall zur Scheibe. Sieht nicht sooo superdünn aus, wie machne anderen. Bei dem schlecht werdendem Seeing bringt mehr Vergrößerung nix.

2' WSW-lich davon befindet sich der Begleiter MCG+2-2-10= PGC 1652: Ebenfalls länglich. Kleiner und schwächer, nur indirekt zu halten. Beide stehen V-förmig zueinander. Eine schöne Edge On Paarung!


DSS II Bild 15'x15'
UGC 1281 im Triangulum UM 62/L
24" f/4,1 Dobson auf 1.300 m Höhe    fst: 6m7 (Bortle 2-3), Extreme Durchsicht, Inversionswetter, Nebel in d. Tälern  Seeing 3-->2:
Im 32 mm WF (78x) sofort ca. 12' SO von 5m8 Stern SAO 54994 gefunden. Im 9 mm Nagler (280x) gut 5' lang in SW-NO ausgerichtet. Etwas dicklich für eine Superthin. Kein Nucleus oder dominanter Kernbereich. Zu den Enden hin recht diffus auslaufend. In ruhigen Momenten leicht gemottelt. NO-Ende scheinbar etwas breiter aufgefächert. Ein Stern auf 2/3 der Strecke eingebettet. Diverse Begleitgalaxien in unmittelbarer Umgebung:

PGC 6700= CGCG 503-027, 16p1, 0,3'x0,3':
Direkt 1' SO vom Mittelpunkt der UGC 1281 dominanter runder oder leicht in SW-NO ovaler Blob von ca. 0,3 Bogenminuten Durchmesser. Gut definiert nach außen aufhöhrend. Schöner Kontrast zur Edge On.

PCG 212843= 2MASX J014942273+3237303, 16p3, 0,51'x0,22':
In der nordöstlichen Verlängerung der UGC 1281 kaum 3' von deren Mitte entfernt. Kleiner und schwächer als die vorige, aber noch einfach direkt zu halten. Länglich 2:1 in SW-NO, ebenfalls ziemlich gut definiert nach außen aufhörend. Bildet Scheitel eines schiefen Dreiecks mit 2 Sternen ca. 13m.

PCG 0212844= 2MASX J01493212+3231044, 17p?, 0,36'x0,22':
Runder kleiner Blob, nur indirekt zu halten. Sternförmiger Kern.

PCG 2002217= 2 MASX J01490255+3233132:
Wieder etwas größer und leichter zu halten. Rund, diffuser als vor

a: Anonyme:
2,5' SW vom UGC 1281 Mittelpunkt entfernt. Extrem klein, quazi stellar und hart am Limit.


Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
UGC 1999 im Aries UM 79/L
24" f/4,1 Dobson auf 2.000 m Höhe    fst: 6m3 (Bortle 3+)   Seeing 3+:
Im 9 mm Nagler (280x) ein gleichseitiges Dreieck von denen der SO-Stern am hellsten ist. Direkt westlich vom nördlichen Stern eine ziemlich zarte 5:1 längliche Edge On in O-W ausgerichtet. Kaum Aufhellung zur Mitte, nach außen sehr diffus auslaufend. Ab und zu Teile vom Staubband oder Knoten (?), sehr unsicher, zumindest ist aber der Helligkeitsverlauf unsymmetrisch! Ostseite spitzer zulaufend, reicht fast bis zum Stern. Westseite etwas dicker. Im 7 mm Nagler (360x) säuft sie schon zu sehr ab.
UGC 2092 im Cetus UM 99/L
24" f/4,1 Dobson auf 2.000 m Höhe    fst: 6m4 (Bortle 2-3), Berghimmel   Seeing 4+:
Im 13 mm Nagler (195x) feine Nadel ca. 1' lang, Richtung NO-SW gezogen. Nur indirekt sichtbar, recht zart. Im 9 mm Nagler (280x) manchmal Unregelmäßigkeiten im Körper gesehen (Staubband?).

Zeichnung am 13 mm Nagler (195x)
NGC 1886 im Lepus UM 155/L
24" f/4,1 Dobson auf 1.300 m Höhe. fst: 6m4 (Bortle 3), Seeing 4:
Im 20 mm Nagler an einer Sternkette mit 4 Sternen von ca. 10m. Für eine NGC Galaxie eine recht schwache Erscheinung, da er mit -24° Dekl. einfach zu tief steht. Stark elongiert WSW-ONO. Mitte kaum heller, aber zeitweise Nukleus aufblitzend? (sehr unsicher). 2-4 Mal in der Mitte dunkler gesehen. Ist da ein zentrales Staubband?

Das DSSII Bild zeigt tatsächlich ein zentrales Staubband, bin mir aber wirklich sehr unsicher, ob ich das gesehen habe.

UGC 3326 in der Camelopardalis UM 7/L
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe.  fst: 5m9 (Bortle 4-)   Seeing 3-4:
Im 15 mm Panoptic (168x) sofort gesehen. Am leichtesten im 7 mm Nagler (360x), aber auch dort ziemlich zart, nur indirekt zu halten. Sehr schmal und ca. 3'-4' lang und ONO-WSW ausgerichtet. Der hellere etwas bauchigere ca. 3:1 elongierte Kernbereich ist fast direkt zu halten. Enden sehr lang und schwach, unsicher wo sie aufhört. Ein Stern 15m5 NNW direkt über'm Kern schwebend.

Zeichnung am 7 mm Nagler (360x)
UGC 3697= Integralzeichen Galaxie in der Camelopardalis UM 15/R
24" f/4,1 Dobson auf 1.100 m Höhe.  fst: 6m7 (Bortle 2+)   Seeing 4-:
So berühmt sie auch ist, im 32 mm WF (78x) ist sie nur als dünner zarter Strich sichtbar. Am besten im 7 mm Nagler (360x). Extrem langgezogen (ca. 4' lang) und dünn O-W ausgerichtet. Kein Nucleus, eher kräftiger Zentralstift, der sehr dünn ist und strukturiert. W-Seite ist etwas breiter und endet mit einem separaten 2,5:1 in NW-SO elongierten Fleck (die merging Begleitgalaxie). Die O-Seite ist spitzer zulaufend und macht am Ende eine Biegung nach S. Insgesamt sehr diffus, diese Details nur indirekt sichtbar auch bei dieser extrem guten Durchsicht (schlechtes Seeing)

Ein bemerkenswertes Beispiel eines wechselwirkenden Galaxienpaares!

NGC 2357 im Gemini (unweit vom Eskimo)UM 75/R
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe.  fst: 5m9 (Bortle 4-)   Seeing 3-4:
Im 9 mm (280x) und 7 mm (360x) Nagler ca. 4' lang, in NW-SO ausgerichteter ziemlich dünner Spargel. Im 7 mm kompakter Kern oder Nucleus umgeben vom länglichen Kernbereich. Danach auf der ganzen Länge relativ gleichmäßig hell. NW-Ende ca. auf halbem Weg erst dunkler gefolgt von einem helleren Knoten. Insgesamt ab und zu leicht gemottelt (nur indirekt sichtbar). Zu den Enden leicht diffus auslaufend. Recht zarte Erscheinung für ihre Helligkeit.
UGC 4171 im Canis Minor UM 94/R
24" f/4,1 Dobson auf 1.300 m Höhe    fst: 6m7 (Bortle 2-3), Extreme Durchsicht, Inversionswetter, Nebel in d. Tälern  Seeing 3-->2:
Im 4,8 mm Nagler (525x) ca. 2' lang WNW-OSO ausgerichtet. Mitte etwas bauchig und mit recht breitem Staubband durchzogen! Keine Mottelung erkennbar. Enden recht schwach und spitz zulaufend. Diese sind im 7 mm Nagler (360x) besser zu verfolgen. Ein Stern 12m SO von der Mitte direkt an der Galaxienflanke klebend. Überstrahlt. NNO Flanke verläuft scheinbar gerader. SSW-Flanke bauchiger --> vielleicht aber nur ein Überstrahlungseffekt durch den Stern.

8' SO von der vorigen liegt MGC 2-21-5: Runde Gesamtform von ca. 1' Durchmesser mit hellerem Balken durch die Mitte. Ist sicher 'ne Balkenspirale.

Weiter 3' nördlich davon ist CGCG 59-24: zarter Wattebausch


DSS II Bild
UGC 4277 im Lynx UM 26/L
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe.  fst: 5m9 (Bortle 4-)   Seeing 3-4:
Im 32 WF (78x) nur kurz aufgeblitzt. Im 7 mm Nagler (360x) ca. 4' lang und ca. 5:1 elongiert in WNW-OSO. Indirekt erscheint sie manchmal länger (sehr schwer, Himmel nicht transparent genug). Ab und zu poppt Staubband genau durch die Mitte! (schwer aber immer wieder gesehen). SSW- Flanke manchmal etwas schärfer abgeschnitten, NNO- Flanke baucht mehr aus. Galaxie liegt an einer Y-förmigen Sternformation von der ein Stern ca. 15m etwa 2' SO über den Kern schwebt.

MCG+9-14-17 direkt 14' SW als ca. 1/2' kleiner Blob mit hellem kompaktem Kern in recht diffuser Scheibe, die 2:1 in NO-SW elongiert ist. Elongation ändert sich im indirektem Sehen, da ein hellerer Balken durchgeht, der stärker länglich ist als die Scheibe

UGC 4293 etwas 1/2° östlich der superdünnen ca. maximal 0,3' kleiner rundlicher Blob. Schwer direkt zu halten, indirekt leicht. Diffus, kein Kern sichtbar.


Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
IC 2233 im Lynx UM 40/L
24" f/4,1 Dobson auf 1.100 m Höhe.  fst: 6m4 (Bortle 2-3)   Seeing 4-:
Ca. 10' SO neben Bärentatzengalaxie (NGC2537) im 32 mm WF (78x) sofort als super langer Strich sichtbar. Am besten im 9 mm Nagler (280x). 5' lang Richtung N-S ausgerichtet mit sehr schmalen Hüften. Symmetrisch, Mittenbereich strukturiert mit leicht hellerem Kernbereich, aber kein Nucleus. Nach S länger hell bleibend, nach N diffuser auslaufend. Im Südteil ein Stern ca. 14m mitten durch die Galaxie. Hübscher Doppelstern ca. 2m/14m 1' NO vom Kern schwebend.

Erstaunlich, wie trotz der zarten Gesamterscheinung bei der guten Transparenz so viele Einzelheiten sichtbar werden. Ein wahnsinns- Gerät!

UGC 4550 im Cancer UM 94/L
24" f/4,1 Dobson auf 1.300 m Höhe. fst: 6m4 (Bortle 3), Seeing 4:
Erst im 20 mm Nagler zu sehen, besser im 13 mm Nagler. Ca 4:1 elongiert Richtung N-S (die schwachen Ausläufer wohl nicht gesehen). Ca. 4' SSW von einem Doppelstern ca. 13,5m gelegen.

UGC 4704 im Lynx UM 56/R
24" f/4,1 Dobson auf 1.300 m Höhe    fst: 6m7 (Bortle 2-3), Extreme Durchsicht, Inversionswetter, Nebel in d. Tälern  Seeing 3-->2:
Im 13 mm Nagler (195x) ein sehr zarter kosmischer Bleistift von ca. 4' Länge in NW-SO ausgerichtet. Sauft auch bei diesem guten Himmel fast im Hintergrund ab. Endet im SO an einem Stern 12m5 und im NW an einem 15m. Nur indirekt sichtbar, dann aber sehr schön zart im Raum schwebend.
UGC 4719 im Ursa Major UM 39/R
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe.  fst: 6m2 (Bortle 3)   Seeing 3+:
Im 32 mm WF (78x) sofort eine kleine kompakte aber langgezogene Galaxie. Kräftiger als die sonstigen. Im 4,8 mm Nagler (525x) Nucleus (?), dann heller kompakter Kernbereich ca. 4:1 elongiert und leicht gemottelt. Zu den Enden hin recht scharfer Helligkeitsabfall. Insgesamt sehr dünn und ca. 3' lang. Enden nur indirekt sichtbar.
MCG-1-24-1 in der Hydra UM 133/R
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe.  fst: 6m2 (Bortle 3-)   Seeing 4:
4° westlich von Alphard ist sie im 32 mm WF(78x) direkt an einem 9 mag hellen Stern sichtbar. Am besten im 13 mm Nagler (195x). Da der Stern überstrahlt, ist sie trotz ihrer Helligkeit nicht so leicht voll zu erfassen. Ein weiteres Sternpaar ca. 13 mag direkt östlich der Mitte schwebend. Dazwischen fast diagonal zieht sich die recht lange superdünne Galaxie Richtung SW-NO. Mittenbereich kräftiger und etwas anders orientiert als Hauptachse. Enden sehr langgezogen, spitz zulaufend und schwach. Nur stark indirekt guckend sieht man, wie dermaßen lang sie ist. Im Mittenbereich habe ich 2x ein feines kurzes Staubband aufblitzen sehen? (unsicher, Martin B. meint es aber auch gesehen zu haben). Seeing ist zu schlecht für höhere Vergrößerung.
IC 2461 in Lynx UM 56 L/R
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe.  fst: 6m2 (Bortle 3-)   Seeing 4:
Im 32 mm WF(78x) sehr klein, nur indirekt erhascht. Im 9 mm Nagler (280x) eine superdünne ca. 2' lange Galaxie NW-SO ausgerichtet. Mitte deutlich kräftiger und ca. 4:1 elongiert. Symmetrisch. Ausläufer nur schwer indirekt. Keine Mottelung zu sehen (Seeing schlecht)
UGC 5173 im Leo UM 93/L
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe.  fst: 6m3 (Bortle 3+)   Seeing 3+:
Am leichtesten im 7 mm Nagler (360x), platt, ca. 3' lang, nach NW-SO ausgerichtet. Hellerrer Kernbereich 2:1 elongiert, keine Mottelung sichtbar. Im indirektem Sehen viel länger. Im 4,8 mm Nagler (525x) ab und zu Staubband! Sehr schwer, nur ab und zu, aber sicher. Insgesamt recht zart.

Im 7 Nagler Gesichtsfeld wimmelt es dort vor Galaxien:
MCG+2-25-19 ca. 7' NO am hellsten direkt westlich neben Stern 14m mit sehr hellem Kern.
3 weitere kleinere und schwächere Galaxien zwischen den beiden (CGCG063-043 und anonyme)


Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
UGC 3044 im Sextans UM 133/L
24" f/4,1 Dobson auf 1.300 m Höhe. fst: 6m4 (Bortle 3), Seeing 4:
Wunderschöne kontrastreich zu sehende Edge On Galaxie, mindestens 7:1 elongiert in Richtung WNW-OSO. Bereits im 32 mm WF (80x) sehr auffällig. Im 9 mm Nagler (280x) ist der Mittenbereich etwas kräftiger und leicht unsymmetrisch. Kein Nukleus. Am WNW Ende ein kleiner Knoten (sehr schwer). Zu den Enden lang und sehr schwach auslaufend. Ein Paradebeispiel einer Superthin!

DSS II Bild
NGC 3501 im Leo UM 73/L
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe.  fst: 6m3 (Bortle 3+)   Seeing 3+:
Sofort im 32 mm Wide Field (78x) schwebt sie als feine Nadel im Okular. Im 7 mm Nagler (360x) noch länger als UGC 5173 (sicher länger als 4') in NNO-SSW ausgerichtet. Kräftiger sehr kleiner runder Kern umhüllt vom mittelhellen schmalem Körper, der nach den Enden sehr diffus ausläuft. ONO-Flanke im Mittenbereich etwas kräftiger durchgezeichnet. Ab und zu Staubband zu sehen (?). Wenn, dann muss es sehr dünn und nicht durchgängig sein. Nur im Mittenbereich zu verfolgen, wo die Galaxie auch gemottelt erscheint. Wow! Richtung NNO dunklere Stelle auf ca. halber Länge, dann wieder heller werdend. Um den Kern weitere Dunkelzone an der WSW Seite.

Das Ding haut mich von den Socken!

Anm.: Die kleine anonyme nördlich vom Kern ist mir nicht aufgefallen


Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
UGC 7170 im Coma Berenices UM 72/L
24" f/4,1 Dobson auf 1.100 m Höhe.  fst: 6m4 (Bortle 2-3)   Seeing 4-:
Ca. 15' NNO vom Kugelhaufen NGC 4147 die nächste Superdünne, diese hier ist aber viel kleiner und zarter als IC2233. Ca. 2,5' langer Stift im 15 mm Panoptic (167x). Im 9 mm Nagler (280x) deutlicher, bleibt aber ziemlich schüchtern. Symmetrisch, N-S elongiert. Kein abgehobener Kernbereich sichtbar. Keine Mottelung.

Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
UGC 7321 im Coma Berenices UM 72/L
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe    fst: 6m1 (Bortle 3)   Seeing 3:
Wieder eine sehr lange dünne Nadel (ca. 5' lang) in O-W ausgerichtet. Im 15 mm Panoptic (167x) diffuse homogene Zigarre, leicht direkt zu halten. Im 9 mm Nagler (280x) sehr kleiner Kern in der Mitte, der direkt in den Körper übergeht, also kein abgehobener Kernbereich (Bulge). Ost- Ende etwas spitzer, östlich vom Kern etwas Struktur in der Mitte. West- Ende diffuser und etwas breiter.

Eine der schärfsten kosmischen Holzlatten wo gibt!


Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
UGC 8146 im Ursa Major UM 23/R
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe    fst: 6m2 (Bortle 3+)   Seeing 3-4:
Im 32 mm Wide Field (78x) zart zu sehen. Im 9 mm Nagler (280x) auf den ersten Blick gar nicht so superdünn wie die anderen. Im indirekten Sehen aber deutlich länger (ca. 4'-5' lang) NNO-SSW ausgerichtet. Kräftiger Kernbereich, der nach SSW heller bleibt. Zigarrenförmig am Ende recht gut definiert aufhörend. NNW-Ende dünner und schwächer, leicht nach Osten gebogen? (nicht sicher). Ost- Flanke scheint schärfer abgeschnitten. Insgesamt recht zart schimmernd.

Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
UGCA 320= MCG3-33-30 im Virgo UM 130/R
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe    fst: 6m2 (Bortle 3+)   Seeing 3-4:
Wegen der südlichen Deklination (-17°25') im etwas aufgehelltem Himmel recht zart für ihre 12m5. Erscheint nicht sehr langgestreckt, wahrscheinlich saufen die Randpartien im Hintergrund ab. ca. 5'-6' lang in OSO-WNW ausgerichtet. Etwas dichterer bauchigerer Kernbereich (ca. 3:1 elongiert), der ab und zu Strukturen zeigt (?). Ab und zu blinken noch weitere schwache Vordergrundsterne durch Galaxie (Anm. das könnten auch die Knoten im Kernbereich sein)

Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
NGC 5023 im Canes Venatici UM 37/L
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe    fst: 6m2 (Bortle 3+)   Seeing 3-4:
Schöne lange Galaxie im 9 mm Nagler (280x) kräftig durchgezeichnet. Ca. 7' lang in NO-SW ausgerichtet, aber nicht ganz so ein Hungerhaken wie z.B. UGC 7321, baucht in der Mitte schon deutlicher aus. Kein Nucleus, auch Kernbereich nur wenig heller als weiter außen. Auf der gesamten Länge leicht gemottelt! Am deutlichsten ein Gekräusel NO auf halbem Weg zum Rand. Nicht total symmetrisch, sondern SO-Flanke etwas kräftiger im Zentralbereich. SW- Teil ca. 2/3 zum Rand (bei a) Abriss, wo Helligkeit stufig abfällt. Nach außen recht gut definiert aufhörend. Ein herrliches Teil!

Zeichnung am 7 mm Nagler (360x)
UGC 9242 im Bootes UM 52/R
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe    fst: 6m2 (Bortle 3+)   Seeing 3-4:
Ca. 4' lang und fein, mit leichtem Bauchansatz. Symmetrisch. Keiner grobe Mottellung, eher leichter Hang zur Körnigkeit. An den Enden sehr schwach. Wahrscheinlich habe ich sie nicht in der ganzen Länge erfasst. Siehe auch DSS II Bild.
UGC 11994 im Pegasus UM 46/R
24" f/4,1 Dobson auf 2.000 m Höhe    fst: 6m4 (Bortle 2-3), Berghimmel   Seeing 3-4:
Liegt 3' SO von einem Stern ca. 10m. Im 7 mm Nagler (360x) am schönsten. ca. 2' lange sehr dünne Zigarre in WNW-OSO ausgerichtet. Leicht hellere Mitte aber kein Kern ans ich. Ab und zu Mottelung (?). Am OSO Ende ein Stern ca. 15m5.

Zeichnung am 7 mm Nagler (360x)
UGC 12281 im Pegasus UM 82/L
24" f/4,1 Dobson auf 900 m Höhe    fst: 5m9 (Bortle 3-)   Seeing 3-:
Am besten im 9 und 7 mm Nagler (280x bzw. 360x). 2,5' lang, 4:1 elongiert Richtung NNO-SSW, sieht also gar nicht sooo superdünn aus. Ziemlich schwach, nur indirekt zu halten, kaum Konzentration zur Mitte. Blickweise schwache Flecken zu sehen? (sehr unsicher).

Ca. 20' östlich 2 weitere kleine Galaxiechen:
MGC+2-58-50 ist die etwas größere und hellere. Leicht oval NW-SO und ca. 1/2' Durchmesser. Unregelmäßig scheinend. Mitte etwas heller, nach außen diffus auslaufend.
MCG+2-58-48: Sofort im 7 mm Nagler als kleiner ovaler Blob drin. NNO-SSW elongiert wie 2:1. Kleine Aufhellung zur Mitte


Zeichnung am 4,8 mm Nagler (525x)
IC 5381 im Pegasus (nicht im RFGC) UM 81/L
24" f/4,1 Dobson auf 2.000 m Höhe    fst: 6m3 (Bortle 3+)   Seeing 3+:
Direkt 6' südlich von der schicken NGC 7814 mit dem Staubband. Schöne Edge on sofort im 32 mm WF (78x) drin. Im 7 und 4,8 mm Nagler (360x bzw. 525x) am besten. Gut 4-5:1 elongiert in NO-SW. Hellere Symetrieachse mit ab und zu aufblitzender Mottelung (?). Nach außen mitteldiffus auslaufend.

Zeichnung am 9 mm Nagler (280x)
UGCC 12321 im Pegasus (nicht im RFGC) UM 82/L
24" f/4,1 Dobson auf 950 m Höhe    fst: 6m4 (Bortle 2-3)   Seeing 4+:
Diese liegt direkt östlich der NGC 7463/64/65 Gruppe. Ganz sicher indirekt im 9 mm Nagler (280x) zu halten. Kleiner grob in O-W ausgerichteter schwacher Stift.
UGCC 12423 im Pisces UM 82/L
24" f/4,1 Dobson auf 950 m Höhe    fst: 6m4 (Bortle 2-3)   Seeing 4+:
Sofort im 13 mm Nagler (195x) als langgezogene Zigarre sichtbar, in NW-SO ausgerichtet. Nur geringe Aufhellung zur Mitte. Im 7 mm Nagler (360x) leichte Mottelung zu sehen (?). Gut definiert auslaufend. Leicht indirekt zu halten. Am SO-Ende Sterne ca. 15m.


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